Saturday, January 21, 2012

Wieviel Office braucht der Mensch ?


Welche Stadt ist die mit den hoechsten Bueromieten ? Nein, es ist weder New York, Tokio oder Moskau. Gemaess einer Studie von C&W rangiert London mit ($159/SF/Jahr) vor Hongkong ($126.36/SF/Jahr). Angesichts des betraechtlichen Kostenfaktors Miete in allen Grosstaedten stellt sich die Frage:  welchen Einfluss haben moderne Technologien auf den Bedarf an Mietflaeche?

Mein Lieblingsfoto.
Die Gebaeude scheinen sich einander zuzuneigen.

New York ist mit ca. 33 Millionen Quadratmeter nach Tokio der zweitgroesste Markt fuer Bueroflaechen, mehr als 600 Firmen haben hier ihren Hauptsitz. Die Leerstandsquote im 4. Quartal 2011 war knapp ueber 9%, eigentlich moderat. Auch in Zeiten einer schwachen Wirtschaft ist es eben immer noch „in“, ein Buero in Manhattan zu haben. Meist begehrt ist Midtown Manhattan, der groesste Businessdistrict der Welt. Aber: werden wir alle diese Bueroflaechen in der Zukunft noch brauchen?

Der tollste Blick - Ich habe eine Anwaltskanzlei renoviert, die ein gesamtes Stockwerk gemietet hat - 360 Grad Blick inklusive aus dem 47. Stock - Miete pro Jahr ca. $1,200,000

Prime Lage von Midtown Manhattan: hier werden bis zu $100/SF/Jahr Miete gezahlt.
Die Globalisierung unserer Arbeitswelt stellt uns vor neue Herausforderungen. E-mails, Videokonferenzen, Cloud Computing – alle diese modernen Medien unterstuetzen uns, dem immer schneller werdenden Arbeitsalltag  gerecht zu werden. Smartphones, Laptops, Tablets – alles kein Problem. Wir arbeiten ueberall und immer, sogar im Urlaub – brauchen wir eigentlich noch ein herkoemmliches Buero?

Blick von Midtown nach Downtown - im Hintergrund das Financial District

Frueher galt die goldene Regel der Bueroplanung, dass 80% der Bueroflaechen einem Mitarbeiter zugewiesen wurden und nur 20% zur freien Verfuegung stand– etwa fuer Aussendienstmitarbeiter, Gaeste oder Kollegen aus anderen Bueros. Mitarbeiter kamen morgens um 9 Uhr, arbeiteten immer am gleichen Platz, und abends um 5 fiel der Hammer. Alles vorbei. Das Thema ist endgueltig durch. 

Was fuer ein Blick.

SInd wirklich alle noch da? Naja, das Licht brennt jedenfalls noch.

Durch meine Taetigkeit stelle ich immer wieder fest, wie sehr sich das Arbeitsumfeld aendert. Offene Arbeitsflaechen mit minimaler Ausstattung und viel Licht , einige wenige abgeschlossene Bueros fuer die Chefs, kleine Besprechungsraeume und grosse Cafeterias zur Foerderung der Kommunikation,  immer grosse Videokonferenzraeume mit modernster Ausstattung.  

Modern trifft alt.
Die Veraenderung startete vor einigen Jahren bei Technologieunternehmen, nunmehr hat die neue Buerostruktur sich auch bei Beratungsfirmen, in der Werbung und im Marketing durchgesetzt.  Der Platzbedarf drueckt sich in Zahlen so aus: 1985 wurde pro Mitarbeiter mit 40 qm gerechnet, heute sind es noch 25 qm – mit einer weiteren zu erwarteten Senkung: durch Arbeitsplaetze, die von mehreren Mitarbeitern abwechselnd genutzt werden.

Interessante Spiegelung - in der Vorhangfassade spiegeln sich die Gebaeude am Bryant Park

Durch die ueberall verfuegbare Internetanbindung nutzen viele Arbeitnehmer zumindest teilweise ihre home offices. Der Laptop ist immer dabei, Daten werden in der cloud gespeichert, man hat staendigen Zugriff auf den Firmenserver und Konferenzcalls sind ohnehin die Regel, seit die Kunden auf einem anderen Kontinent sind und nicht mehr nur einen Block weiter. 

Bueros, Bueros
Diese neue Welt der Arbeit hat Vor-und Nachteile: Arbeiten von zu Hause spart Benzin, wertvolle Zeit (und Nerven), entlastet die Umwelt und ermoeglicht freiere Zeiteinteilung. Aber: wertvoller Erfahrungsaustausch mit den Kollegen geht verloren, ebenso die soziale Kommunikation.  

Das Metlife Building - 200 Park Avenue - liegt direkt am Grand Central Terminal und ist wegen der idealen Verkehrsanbindung  bei Firmen und Angestellten sehr beliebt.

So gern ich gelegentlich von zu Hause arbeite – nach spaetestens 2 Tagen im verschlafenen New Jersey freue ich mich auf die Stadt: den Laerm der Feuerwehr, die rasenden Taxis, aber auch auf den Bueroklatsch mit den Kollegen, einen Business Lunch und den direkten Erfahrungsaustausch (oder auch mal einen kleinen Fight) mit dem Chef.

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