Sunday, October 15, 2017

Zaha Hadid auf der Highline


Die Highline ist bekannt in New York City. Der Park auf der ehemaligen Hochbahnstrecke, der ein Magnet fuer New Yorker und Besucher ist, hat auch die umliegende Gegend aufgepeppt. Ploetzlich ist es cool, westlich der 8th Avenue zu wohnen. Daher ist es auch kein Wunder, dass jede Menge neue Apartmentgebaeude rund um die Highline entstehen. Leisten kann sich Otto - Normal - New Yorker das Wohnen dort aber kaum. 


















Der neueste - und zugleich stylischste - Schrei ist hier ein Wohngebaeude der kuerzlich verstorbenen Iraqischen Architektin Zaha Hadid. Sein schlankes, futuristisches Design sorgt für eine aufregende neue Ergänzung der Straßenkulisse.


Das Projekt umfasst 11 Stockwerke mit insgesamt knapp 19.000 Quadratmetern. Das Gebäude wird im Erdgeschoss etwas mehr als 1.000 Quadratmeter Gewerbefläche haben, während die 39 Eigentumswohnungen im Schnitt 460 Quadratmeter gross sind. Es gibt hier Wohnungen mit 2 bis 5 Schlafzimmern, mit einem Verkaufspreis beginnend mit knapp 5 Millionen Dollar.
Auf www.520w28.com kann man mal genauer hinschauen und traeumen. 


Wenn man die Highline entlang laeuft, kann man die sehr modern eingerichteten Kuechen sehen - und auch die Badewannen. Diese stehen direkt vor dem Fenster.... Ausblick ist sicher cool, aber die Privatsphaere ist dort nicht gewaehrleistet. 




Ich dachte, die Badfenster wuerden mit sogenanntem "Switchglass" ausgeruestet sein - also einer Glasart, die auf Knopfdruck von "durchlaessig" zu "Milchglass" wechselt. Leider war das in der 35 Millionen Dollar teuren Fassade nicht enthalten.




Friday, August 18, 2017

Chihuly im Botanischen Garten




Derzeit gibt es wieder einmal ein Highlight in New York: Der amerikanische Glaskuenstler Dale Chihuly stellt seine farbenfrohen Glasblaesereien im New Yorker Botanischen Garten in der Bronx aus. 
Wir haben die Dauerausstellung des in Seattle ansaessigen Kuenstlers vor ein paar Jahren in seiner Heimatstadt gesehen und waren voellig hingerissen. Nun konnte ich es kaum erwarten, "Chihuly at night" zu sehen. 
Man kann zwischen 18:30 Uhr und 22:30 Uhr die Ausstellung besuchen. Es gibt Live Musik und Getraenke. Der Eintritt ist mit $35/ Person recht erschwinglich und ueber die offizielle Website https://www.nybg.org/event/chihuly-2/chihuly-nights/ zu buchen. 



Die New Yorker Ausstellung ist wesentlich kleiner als die in Seattle, WA - und vor allem sieht man sich dem "New York Problem" gegenueber: es war rammelvoll. Vor allem fuer die Fotografen ist es ein Problem: staendig laeuft einem einer durchs Bild. Trotz des eindeutigen Verbots von Stativen sind Fotografen mit selbigen unterwegs und versperren den anderen die Sicht und den Zugang. Erwartet also nicht das Foto eures Lebens.



Alles in allem war es eine sehr gelungene Ausstellung, zudem waren wir in guter Gesellschaft und das Wetter war fantastisch. An die grosse Ausstellung in Seattle kommt die kleine New Yorker Schwester leider nicht heran. Trotzdem: hinfahren und anschauen!



Friday, August 11, 2017

Leben im Untergrund

Die New Yorker Subway ist laut, voll und dreckig. Es gibt ein paar neue Bahnhoefe (die auch sehr schoen und sauber sind), aber die meisten verleiten einen nicht gerade zum Verweilen. 

Meine Favoriten 

Der Bahnhof an der 14. Strasse/ 8th Avenue ist dabei keine Ausnahme. Allerdings gibt es einen Lichtblick: es gibt eine Kunstinstallation von Tom Otterness mit dem Titel "Leben im Untergrund". 

Kleine, lustige Bronzestatuen sind hier angeordnet, manche haengen von der Decke oder sind am Boden in Ecken versteckt. Fast ein bisschen wie Ostern: man kann richtig auf die Suche gehen. 

Der Kuenstler hat lange Zeit mit den Behoerden gekaempft und sich am Ende durchgesetzt: aber nun findet man immer mehr davon: im Central Park oder Battery Park City. 
Also, Augen auf beim U- Bahn fahren! 










Noch nicht genug gesehen: hier gehts weiter

Wednesday, August 2, 2017

Wozu gibts die Feueralarm Boxen?

Ueberall in der Stadt kann man die roten Feueralarm Boxen sehen, die aus vergangener Zeit zu stammen scheinen. Heutzutage hat jeder ein Mobiltelefon, wer braucht die da schon?



Nach Aussage des FDNY werden nur 2,6% aller Notrufe ueber eine dieser Notfallboxen abgesetzt. Der Anrufer wird direkt mit der Feuerwehr verbunden - im Unterschied zu einem 911 - Notruf, der erst von der Notfallzentrale der Polizei zur Feuerwehr weitergeleitet werden muss. 
Andererseits werden die Feueralarmboxen aber auch sehr oft fuer falschen Alarm verwendet. Mit ein paar Drinks im Kopf wollen scheinbar viele New Yorker dann wirklich mal ausprobieren, ob das Ding noch funktioniert und wie. 88% der Notrufe von den 15.000 Boxen sind falsche Alarme. 

Je nachdem, wann die Feueralarmboxen installiert wurden, sehen sie unterschiedlich aus. Die aeltesten haben eine orange Lampe an einem Masten, diese stammen aus den Jahren um 1910. 

Die neueren Boxen haben zwei Knoepfe, so dass man waehlen kann, ob man die Polizei oder die feuerwehr rufen will. Allein im Jahr 1977 wurden allein 263.000 falsche Alarme gezaehlt. Es wurden Poster angebracht, die die buerger aufforderten, die Boxen wirklich nur zum Notruf zu benutzen. 

Da immer mehr Unfug mit den Feueralarmboxen getrieben und durch die Mobiltelefone die Notwendigkeit in Frage gestellt wurde, denkt die City of New York darueber nach, die Boxen zu entfernen. Die Instandhaltung ist teuer (ca. $7M pro Jahr), und die Boxen werden auch immer zum Ziel von Vandalismus. Etliche Boxen sind im Hurricane Sandy zerstoert worden. Lohnt die Reparatur? Wohl schon: sie funktionieren auch bei Stromausfall und wenn z.B. taube Personen einen Notfall absetzen wollen. 

Also, mal hinschauen, nicht uninteressant. Wer die Box wirklich zum Notfall braucht, muss mit der Feuerwehr reden - sonst wird der Anruf unter "blinder Alarm" abgehakt. 



Sunday, July 30, 2017

Die U- Bahn im Laden

Wenn man auf der 42. Strasse vom Times Square nach Osten laeuft, findet man in einem leeren Ladengeschaeft einen ausrangierten U- Bahn- Wagen.  Der Asics Store ist lange wieder ausgezogen, aber der Subway Wagen ist immer noch drin. 

Der Subway Wagen 8394 hat eine lange Geschichte hnter sich. Er wurde 1961/1962 in der St. Louis Car Company gebaut und fuhr bis 1993 auf der New Yorker A- Line. 

Danach wurde der Wagen noch mehrmals als Filmkulisse benutzt und dann in der Wueste Mojave verschrottet. 

Dort fanden ihn im Juni 2014 einige Kuenstler und richteten ihn in 42 Tagen pausenloser Arbeit wieder her. 



Am 13. Oktober 2014 wurde der Wagen wieder nach New York City gebracht und am 14. Oktober um 3 Uhr morgens in den Asics Store gebracht. Da waere ich gern dabei gewesen. 

Der Asics store ist inzwischen geschlossen, aber was wird aus dem Wagen? In dem Gebaeude zieht demnaechst ein China Restaurant ein, wie das wohl passen wird? 



Friday, July 28, 2017

Schilderwald


Man laeuft so durch die Strassen, und irgendwie wundert man sich, dass die Strassenschilder nicht durchgaengig gruen sind. Was fuer ein Durcheinander....


Die wichtigen Leute kriegen in NYC auch eine Strasse :-) 


Auch hier ist der Grund wieder das Zusammenwachsen der Stadtteile: In den 1970'ern waren alle Schilder in Queens blau mit weisser Schrift, in Brookyln waren sie gruen mit weisser Schrift. Staten Island und Manhattan hatten gruene Schilder mit gelber Schrift. 


In den 1980'ern wurden dann alle Schilder vereinheitlicht: sie sind gruen mit weissen Lettern. Ausser - klar gibt es Ausnahmen - unter Denkmalschutz stehende Strassen sind braun mit weissen Buchstaben beschriftet. 


Trotzdem Augen aufhalten: manchmal gibt es noch alte Schilder. Auf manchen ist Lady Liberty zu sehen. Diese Schilder wurden 1986 zum 100. Geburtstag der Freiheitsstatue aufgestellt.

Tuesday, July 25, 2017

Dornroeschen im Hudson River - Bannerman Castle

Der Sommer ist auf Hochform, und die Temperaturen steigen immer wieder ueber 35 Grad. Eine gute Alternative, um aus der Stadt rauszukommen und mal etwas anderes zu sehen, ist ein Besuch auf Bannerman Island im Hudson Valley. 

die Ruine des Lagers 

 Tour tickets kann man hier buchen; http://www.bannermancastle.org/index.html
Die Tour beginnt mir einer Bootstour von Newburgh, NY oder Beacon, NY. Wir haben die Tour von Newburgh, NY aus unternommen. Nach der Rueckkehr kann man wunderbar an der Waterfront entlang laufen und dort auch einen Happen essen.. Es gibt einige Restaurants, auch zum draussen sitzen.

Das Hudson Valley

Auf der Insel angekommen, wird man von einem Mitglied des Bannerman Castle Trust in Empfang genommen und auf eine historische Rundreise ueber die Insel gefuehrt. Frank Bannerman war ein schottischer Kaufmann, der im 18. Jahrhundert zunaechst sein Geschaeft mit Altmetall begann und ueber ein grosses Grundstueck in Brooklyn verfuegte. Nachdem besagter Bannerman Restbestaende aus den damaligen Buergerkriegen aufkaufte - unter anderem Munition - wollten die Stadtvaeter ihn aus Brooklyn heraushaben. Er kaufte schliesslich 1900 die Insel im Hudson River, und baute dort Lagerhaeuser, ein Munitionslager und auch eine Familienresidence. Alles wurde nach seinen Handzeichnungen gebaut.... interessant. 

Das Wohnhaus
Das Munitionslager flog irgendwann in die Luft, und auch das Warenhaus ist inzwischen eine Ruine. Das Wohnhaus wird derzeit wieder hergerichtet und soll irgendwann ein Besucherzentrum und ein Lokal beherbergen. Aber es gibt noch mehr zu sehen: die Gaerten sind wunderschoen angelegt. 

Alle Renovierungen werden mit Spendengeldern finanziert. Das nahegelegene Westpoint (eine Militaerakademie) hat kuerzlich eine Bruecke gebaut. Der Enthusiasmus der Mitarbeiter hat  mich fasziniert. Unsere Begleiterin war sicher in ihren 70ern. Toll, wenn man in dem Alter eine Aufgabe hat, fuer die man so brennt. 

Wer Zeit hat - unbedingt hin! Mehr Fotos hier.


Saturday, July 22, 2017

Michelangelo im Oculus

Vom 23.6. bis Ende August kann man 34 nahezu lebensgrosse Gemaelde von Michelangelo im World Trade Center, im Oculus, betrachten. 


Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht "Die Sixtinische Kapelle - Das juengste Gericht". Das Kunstwerk wurde vom Florentiner Maler zwischen 1539 und 1541 erschaffen. Weitere Ausstellungsstuecke sind Prophet Jeremiah, Creation of Eve, David and Goliath, und das Opfer des Noah. 











Man kann die Ausstellung wunderbar von der Empore aus betrachten. Mich hat besonders die Kombination des futuristischen Gebaeudes mit der alten Kunst fasziniert. 

Ganz nah ran gehen und an einer Fuehrung teilnehmen kann man aber auch. Um in den mit Seilen abgesperrten Bereich zu gelangen, muss man $20 berappen. (ermaessigt $15).

Die Ausstellung ist montags bis samstags von 10:00 Uhr bis 21:00 Uhr und sonntags zwischen 10:00 Uhr und 19:00 Uhr geoeffnet. 

Wer es bis Ende August nicht schafft, aber im September in der Naehe ist: Die Ausstellung wird nachfolgend in der Garden State Plaza Mall in Paramus, NJ gezeigt. Da kann man shoppen und gleichzeitig einen auf Kultur machen. Ich glaub das nennt man Effizienz. 


Sunday, July 16, 2017

Next Stop City Hall

Originalpost 17.6. 2017



Dieser Tage habe ich das Privileg genossen, an einer Tour in die stillgelegte u- Bahn Station City Hall teilzunehmen. Die Tour ist ausschliesslich fuer Mitglieder des New York Transit Museum und sehr begehrt. Eine sehr informative Veranstaltung wurde hier geboten, die die Geschichte der New Yorker U – Bahn umriss.



V or dem Bau der U-Bahn gab es hier zuerst Pferdefuhrwerke und spaeter Hochbahnen. New York war auch damals schon eine sehr ueberlaufene Stadt, und eine Loesung musste her. Zu diesem Zeitpunkt gab es in anderen Metropolen laengst Untergrundbahnen. Vor dem Bau der U-Bahn gab es hier zuerst Pferdefuhrwerke und spaeter Hochbahnen. New York war auch damals schon eine sehr ueberlaufene Stadt, und eine Loesung musste her. Zu diesem Zeitpunkt gab es in anderen Metropolen laengst Untergrundbahnen.





Die #6 Zuege wenden hier aber. Der Bahnhof liegt in einer Kurve, damals eine sowohl gewagte als auch neue Design Idee. Und bereits 40 Jahre spaeter sollte dieses spezielle Design fuer das Aus des Bahnhofes sorgen. Aufgrund der hohen Auslastung der U-Bahn wurden neue Waggons angeschafft. Diese sind laenger als die alten, haben natuerlich aber einen groesseren Wendekreis. Der Abstand der Waggons zur Plattform ist zu gross.



 Hier kann man genau sehen, dass der Abstand zwischen Plattform und Waggon viel zu gross ist. 

Die Station wurde aus diesem Grund im Jahr 1945 geschlossen. Heute wird die Strecke zwar zum Wenden der #6 Zuege genutzt, aber die Zuege halten hier nicht mehr. Auf dem ueber der Station liegenden Park kann man nur Betonplatteneinsatz mit Glasfliesen sehen, das sind die Oberlichter für die Plattform unten – nicht viel also. 






Es gibt aber einen Trick, wie man trotzdem einen Blick auf die City Hall Station erhaschen kann. Man faehrt mit dem #6 Zug Richtung Brooklyn Bridge und bleibt an der letzten Haltestelle einfach im Zug. Der Zug wendet und haelt Richtung Uptown direkt auf der anderen Seite der City Hall Station wieder. Eine tolle Sache!



Die schoenste oeffentliche Toilette der Stadt

Originalpost 13.5. 2017

Jeder kennt das Problem (und bei mir koennte man meinen, ich haett's erfunden...). Man ist mitten bei der schoensten Stadtbesichtigung (Shoppingtour, Fototour) und muss mal. Dringend. Jetzt.




Leider sind die Restaurants und Geschaefte da anderer Meinung. Toiletten nur fuer Kunden.... und oeffentliche? Ueberraschenderweise sind oeffentliche Toiletten in amerikanischen Staedten meistens nicht soo schlimm wie man denkt. Sogar im eher schmuddeligen Port Authority Bus Terminal sind die "oeffentlichen" durchaus benutzbar.


Der Geheimtipp waren schon immer die Toiletten am Bryant Park, die bisher einen in die Jahre gekommenen Art-Deco Charme verspruehten, aber dennoch immer sauber waren. Nun haben eben diese einen Facelift bekommen.


Zu verdanken haben die New Yorker die oeffentliche Toilette der Schriftstellerin Brook Astor. Sie erwaehnte bereits 1979 gegenueber David Rockefeller, dass der Bryant Park ein Schandfleck in der Stadt sei - und Rockefeller kuemmerte sich, liess den Park aufraeumen, neu bepflanzen und die Toiletten bauen. Heute ist der Bryant Park ein Schmuckstueck, einer der schoensten Parkanlagen der Stadt und immer in super Zustand. Die Toiletten wurden in 2016 im Schnitt von 3,266 Leuten taeglich genutzt. (vielleicht also doch nicht so geheim).


$300,000 hat die Renovierung gekostet. Und die kann sich sehen lassen Alle Armaturen sind beruehrungslos, es gibt frische Blumen und alle Armaturen, Fliesen, Tueren, Waende und Boeden sind brand-neu. Leider nicht mehr im Art-Deco, aber trotzdem sehenswert.


Fast genauso viel wie die Renovierung, naemlich $271,000 pro Jahr, bringt die Bryant Park Association fuer die Instandhaltung auf. $27,000 kostet das Toilettenpapier, $14,000 die Blumen - und den Rest, $230,000, geht fuer Reinigung und Instandhaltung drauf. Eine Toilettenfrau verdient zwischen $25,000 und $35,000 pro Jahr.














Ein Problem weniger! Wenn's doch immer so einfach waer.