Saturday, December 2, 2017

Die versteckten Strassen

Wer an New York denkt, hat die Vorstellung von Fifth Avenue, mit fuenfspurigem Verkehr und hupenden Taxis. 





Es geht aber auch anders: Es gibt ein paar kleine Strassen in Manhattan, wo man alte Tudor Stil Haeuser und Kopfsteinpflaster findet. Der Pomander Walk an der Upper West Side hat die kleinen, bunten Haeuschen, die an englische Vorstaedte erinnern. 

Die Washington Mews liegen in der Naehe des Washington Square Parks und beherbergen neben zahlreichen NYU Gebaeuden auch das Deutsche Haus. die kleinen Haeuser waren frueher Pferdestaelle fuer die naheliegenden Haeuser und wurden in den 1990ern in Kunststudios umgewandelt. 

Die Strasse mit den efeu- bedeckten Haeusern ist tagsueber offen zugaenglich.
Es gibt noch eine weitere Strasse: Patchin Place im West Village ist eine "gated community" mit Haeusern, die den Charme der 1800er erhalten haben. 


New York hat viele Facetten, und das ist eben auch eine....



Sunday, November 26, 2017

Hudson Yards und die U - Bahn

Die Hudson Yards auf der Westseite Manhattans sind der groesste Gebaeudekomplex in der Geschichte der USA seit dem Rockefeller Center. Die modernen Tower werden ca. 2 Millionen Quadratmeter Buerooflaeche zusaetzlich bereitstellen, mehr als 100 Geschaefte, Restaurants, eine Schule, ein Hotel und Wohnraum fuer 4,000 Leute haben. 
Der derzeitige Neubau wird in der Hochphase ca. 23,000 Bauarbeiter beschaeftigen. 



Zum Gebaudekomplex gehoert auch eine neue - sehr chice - U- Bahnstation. Die Verlaengerung der von Queens nach Manhattan kommenden Linie 7 mit Stop in Grand Central und Times Square ist schon vor Eroeffnung des ersten Hochhauses fertig geworden. Ich bin an einem Sommer- Samstag mit eben dieser U-Bahn gefahren. Nach dem Stop am Times Square war ich fast allein drin, und die Hudson Yards Station war Ghost Town. Klar, keine Bauarbeiten am Wochenende und Mieter gab es noch keine. 



Das wird sich allerdings bald aendern. Bis zu 65,000 Menschen werden hier jeden Tag zur Arbeit in den Bueros erscheinen, dazu Touristen, Mieter, Angestellte in den Geschaeften. Die U-Bahn wird bald zum Nadeloehr werden, und das ist nicht nur mit mehr oder laengeren Zuegen zu beheben. Ausserdem ist die Station Hudson Yards ein normaler U-Bahn Endpunkt, kein Umsteigepunkt. 



Aber: Die Leute kommen ja irgendwo her, und meistens werden sie an Grand Central oder am Times Square umsteigen.  Allerdings: Die Zubringerzuege zur Linie 7 und auch die Bahnhoefe sind bereits jetzt am Maximum. Es ist stark davon auszugehen, dass die City of New York dem zusaetzlichen Strom von Commutern einfach nicht gewachsen sein wird. Zusaetzliche Busse sind sicherlich eine Moeglichkeit - allerdings auf den ohnehin verstopften Strassen auch keine brilliante.

Man wird sehen - aber es waere sicher nicht das erste Mal, dass ein Bauboom in einer so abgegrenzten Gegend der ohnehin angeschlagenen Infrastruktur einen weiteren Schlag versetzt. Guter Rat ist auch hier mal wieder teuer. 

Wednesday, November 22, 2017

Die geheimen Bars der Stadt

Die geheimen SpeakEasy Bars in New York sind in den letzten Jahren eine Institution geworden. Sie erinnern an die Zeit der Prohibition, in der legale Bars verboten waren und wo man irgendwo zusammen kam: beim Arzt, dem Friseur oder irgendwo ueber die Hintertreppe.

So einfach wird's einem nicht gemacht...
ein Bar Schild sucht man vergebens. 
Auch heute bleibt man beim Thema: SpeakEasy Bars verstecken sich  meist hinter einer absolut unscheinbaren Fassade, haben ein einfallsreiches Interieur und die Cocktails werden noch mit Hilfe originaler Zutaten gemixt.


Man kann die SpeakEasy Bars mithilfe von Google finden, fuehlt sich ein wenig an wie Schnitzeljagd.

Wir sind vor ein paar Wochen in einer Seitenstrasse in Chinatown in der "Apotheke" gelandet.

Auch hier, eine unscheinbare Tuer mit zwei Tuerstehern, die ueber den weiteren Verlauf des Abends entscheiden. Sehr leckere Drinks, Dekor, dass an eine deutsche Apotheke der 40er Jahre erinnert. Sicherlich habe ich mitsamt meiner drei Begleiter den Altersdurchschnitt (gefuehlt) um 10 Jahre erhoeht, aber massig Spass hatten wir auf jeden Fall.


Es gibt wirklich interessante SpeakEasy's:
  • The Back Room: Hier gibts die Drinks in Kaffeetassen
  • PDT - Please don't tell: Zugang ueber eine Telefonzelle. Man waehlt einen bestimmten Code, und wird eingelassen - oder auch nicht.
  • The Blind Barber - hier gibt es einen Haarschnitt waehrend des Tages, abends gibt es hier eine Bar mit Life Music

Sunday, November 19, 2017

Wir zaehlen die Tage

Ein Jahr ist vorbei. Wir alle halten jeden Tag den Atem an, dass die folgenden drei Jahre ohne groesseren Schaden an uns vorbei gehen. Der denkwuerdige, unselige Tag, an dem Donald Trump zum Praesidenten der USA gewaehlt wurde, ist tatsaechlich bereits ein Jahr her. 
Zum Zeichen der Ablehnung gibt es am East River eine Uhr, die die Tage der Praesidentschaft rueckwaerts zaehlt. So kann jeder sehen, wie lange die Welt noch ihren Atem anhalten muss. 

Nicht wirklich meine Gegend, aber meine Freundin Jutta Ishii kommt auf ihrem Weg nach Manhattan regelmaessig dort vorbei und hat auch das Foto fuer den heutigen Post gestiftet. Sogar die dramatische Wirkung des Fotos trifft den Nagel auf den Kopf. Danke, Jutta!


Die Uhr ist ein Kunstobjekt von Matthew Barney. Wer keine Zeit hat, nach New York zu kommen, kann auch online nachschauen.


Sunday, October 15, 2017

Zaha Hadid auf der Highline


Die Highline ist bekannt in New York City. Der Park auf der ehemaligen Hochbahnstrecke, der ein Magnet fuer New Yorker und Besucher ist, hat auch die umliegende Gegend aufgepeppt. Ploetzlich ist es cool, westlich der 8th Avenue zu wohnen. Daher ist es auch kein Wunder, dass jede Menge neue Apartmentgebaeude rund um die Highline entstehen. Leisten kann sich Otto - Normal - New Yorker das Wohnen dort aber kaum. 


















Der neueste - und zugleich stylischste - Schrei ist hier ein Wohngebaeude der kuerzlich verstorbenen Iraqischen Architektin Zaha Hadid. Sein schlankes, futuristisches Design sorgt für eine aufregende neue Ergänzung der Straßenkulisse.


Das Projekt umfasst 11 Stockwerke mit insgesamt knapp 19.000 Quadratmetern. Das Gebäude wird im Erdgeschoss etwas mehr als 1.000 Quadratmeter Gewerbefläche haben, während die 39 Eigentumswohnungen im Schnitt 460 Quadratmeter gross sind. Es gibt hier Wohnungen mit 2 bis 5 Schlafzimmern, mit einem Verkaufspreis beginnend mit knapp 5 Millionen Dollar.
Auf www.520w28.com kann man mal genauer hinschauen und traeumen. 


Wenn man die Highline entlang laeuft, kann man die sehr modern eingerichteten Kuechen sehen - und auch die Badewannen. Diese stehen direkt vor dem Fenster.... Ausblick ist sicher cool, aber die Privatsphaere ist dort nicht gewaehrleistet. 




Ich dachte, die Badfenster wuerden mit sogenanntem "Switchglass" ausgeruestet sein - also einer Glasart, die auf Knopfdruck von "durchlaessig" zu "Milchglass" wechselt. Leider war das in der 35 Millionen Dollar teuren Fassade nicht enthalten.




Friday, August 18, 2017

Chihuly im Botanischen Garten




Derzeit gibt es wieder einmal ein Highlight in New York: Der amerikanische Glaskuenstler Dale Chihuly stellt seine farbenfrohen Glasblaesereien im New Yorker Botanischen Garten in der Bronx aus. 
Wir haben die Dauerausstellung des in Seattle ansaessigen Kuenstlers vor ein paar Jahren in seiner Heimatstadt gesehen und waren voellig hingerissen. Nun konnte ich es kaum erwarten, "Chihuly at night" zu sehen. 
Man kann zwischen 18:30 Uhr und 22:30 Uhr die Ausstellung besuchen. Es gibt Live Musik und Getraenke. Der Eintritt ist mit $35/ Person recht erschwinglich und ueber die offizielle Website https://www.nybg.org/event/chihuly-2/chihuly-nights/ zu buchen. 



Die New Yorker Ausstellung ist wesentlich kleiner als die in Seattle, WA - und vor allem sieht man sich dem "New York Problem" gegenueber: es war rammelvoll. Vor allem fuer die Fotografen ist es ein Problem: staendig laeuft einem einer durchs Bild. Trotz des eindeutigen Verbots von Stativen sind Fotografen mit selbigen unterwegs und versperren den anderen die Sicht und den Zugang. Erwartet also nicht das Foto eures Lebens.



Alles in allem war es eine sehr gelungene Ausstellung, zudem waren wir in guter Gesellschaft und das Wetter war fantastisch. An die grosse Ausstellung in Seattle kommt die kleine New Yorker Schwester leider nicht heran. Trotzdem: hinfahren und anschauen!



Friday, August 11, 2017

Leben im Untergrund

Die New Yorker Subway ist laut, voll und dreckig. Es gibt ein paar neue Bahnhoefe (die auch sehr schoen und sauber sind), aber die meisten verleiten einen nicht gerade zum Verweilen. 

Meine Favoriten 

Der Bahnhof an der 14. Strasse/ 8th Avenue ist dabei keine Ausnahme. Allerdings gibt es einen Lichtblick: es gibt eine Kunstinstallation von Tom Otterness mit dem Titel "Leben im Untergrund". 

Kleine, lustige Bronzestatuen sind hier angeordnet, manche haengen von der Decke oder sind am Boden in Ecken versteckt. Fast ein bisschen wie Ostern: man kann richtig auf die Suche gehen. 

Der Kuenstler hat lange Zeit mit den Behoerden gekaempft und sich am Ende durchgesetzt: aber nun findet man immer mehr davon: im Central Park oder Battery Park City. 
Also, Augen auf beim U- Bahn fahren! 










Noch nicht genug gesehen: hier gehts weiter

Wednesday, August 2, 2017

Wozu gibts die Feueralarm Boxen?

Ueberall in der Stadt kann man die roten Feueralarm Boxen sehen, die aus vergangener Zeit zu stammen scheinen. Heutzutage hat jeder ein Mobiltelefon, wer braucht die da schon?



Nach Aussage des FDNY werden nur 2,6% aller Notrufe ueber eine dieser Notfallboxen abgesetzt. Der Anrufer wird direkt mit der Feuerwehr verbunden - im Unterschied zu einem 911 - Notruf, der erst von der Notfallzentrale der Polizei zur Feuerwehr weitergeleitet werden muss. 
Andererseits werden die Feueralarmboxen aber auch sehr oft fuer falschen Alarm verwendet. Mit ein paar Drinks im Kopf wollen scheinbar viele New Yorker dann wirklich mal ausprobieren, ob das Ding noch funktioniert und wie. 88% der Notrufe von den 15.000 Boxen sind falsche Alarme. 

Je nachdem, wann die Feueralarmboxen installiert wurden, sehen sie unterschiedlich aus. Die aeltesten haben eine orange Lampe an einem Masten, diese stammen aus den Jahren um 1910. 

Die neueren Boxen haben zwei Knoepfe, so dass man waehlen kann, ob man die Polizei oder die feuerwehr rufen will. Allein im Jahr 1977 wurden allein 263.000 falsche Alarme gezaehlt. Es wurden Poster angebracht, die die buerger aufforderten, die Boxen wirklich nur zum Notruf zu benutzen. 

Da immer mehr Unfug mit den Feueralarmboxen getrieben und durch die Mobiltelefone die Notwendigkeit in Frage gestellt wurde, denkt die City of New York darueber nach, die Boxen zu entfernen. Die Instandhaltung ist teuer (ca. $7M pro Jahr), und die Boxen werden auch immer zum Ziel von Vandalismus. Etliche Boxen sind im Hurricane Sandy zerstoert worden. Lohnt die Reparatur? Wohl schon: sie funktionieren auch bei Stromausfall und wenn z.B. taube Personen einen Notfall absetzen wollen. 

Also, mal hinschauen, nicht uninteressant. Wer die Box wirklich zum Notfall braucht, muss mit der Feuerwehr reden - sonst wird der Anruf unter "blinder Alarm" abgehakt. 



Sunday, July 30, 2017

Die U- Bahn im Laden

Wenn man auf der 42. Strasse vom Times Square nach Osten laeuft, findet man in einem leeren Ladengeschaeft einen ausrangierten U- Bahn- Wagen.  Der Asics Store ist lange wieder ausgezogen, aber der Subway Wagen ist immer noch drin. 

Der Subway Wagen 8394 hat eine lange Geschichte hnter sich. Er wurde 1961/1962 in der St. Louis Car Company gebaut und fuhr bis 1993 auf der New Yorker A- Line. 

Danach wurde der Wagen noch mehrmals als Filmkulisse benutzt und dann in der Wueste Mojave verschrottet. 

Dort fanden ihn im Juni 2014 einige Kuenstler und richteten ihn in 42 Tagen pausenloser Arbeit wieder her. 



Am 13. Oktober 2014 wurde der Wagen wieder nach New York City gebracht und am 14. Oktober um 3 Uhr morgens in den Asics Store gebracht. Da waere ich gern dabei gewesen. 

Der Asics store ist inzwischen geschlossen, aber was wird aus dem Wagen? In dem Gebaeude zieht demnaechst ein China Restaurant ein, wie das wohl passen wird? 



Friday, July 28, 2017

Schilderwald


Man laeuft so durch die Strassen, und irgendwie wundert man sich, dass die Strassenschilder nicht durchgaengig gruen sind. Was fuer ein Durcheinander....


Die wichtigen Leute kriegen in NYC auch eine Strasse :-) 


Auch hier ist der Grund wieder das Zusammenwachsen der Stadtteile: In den 1970'ern waren alle Schilder in Queens blau mit weisser Schrift, in Brookyln waren sie gruen mit weisser Schrift. Staten Island und Manhattan hatten gruene Schilder mit gelber Schrift. 


In den 1980'ern wurden dann alle Schilder vereinheitlicht: sie sind gruen mit weissen Lettern. Ausser - klar gibt es Ausnahmen - unter Denkmalschutz stehende Strassen sind braun mit weissen Buchstaben beschriftet. 


Trotzdem Augen aufhalten: manchmal gibt es noch alte Schilder. Auf manchen ist Lady Liberty zu sehen. Diese Schilder wurden 1986 zum 100. Geburtstag der Freiheitsstatue aufgestellt.