Originalpost 16.5.2015
Jeder kennt die meist unpersönlich gestalteten Büros, die man von Regus oder anderen Anbietern auf Zeit mieten kann. Seit einigen Jahren sieht man in New York einen Anbieter, der es anders macht - gemeinsam arbeiten heisst die Devise.
Wework - also "Wir arbeiten" heisst die Firma, die derzeit an jeder erdenklichen Ecke der Stadt neue Büros im grossen Stil eröffnet. Die Zielgruppe sind Start- ups oder Freiberufler, die nicht von dem heimischen Küchentisch aus arbeiten wollen oder können. Bei Wework kann man sich kurzfristig ohne lange Mietbindung und Kreditwürdigkeit ein Büro mieten. Aber hier geht noch mehr: gemeinsam genutzte Konferenzräume, Telefonanlage, eine Lounge und Kaffeebar, Kopierer - also alles, was man sich zum Thema Büro vorstellt. All das ist sehr chic und hip, kein Vergleich zu den "normalen" langweiligen Büros. Wework ist jung, dynamisch und schnelllebig und trifft damit genau den Nerv dieser Stadt.
Wework bündelt die Bedürfnisse der Einzelkämpfer und bietet vergünstigte Vereinbarungen mit Servicedienstleistern wie FedEx an. Man kann hier auch die in den USA bekanntllcherweise nicht alltägliche Krankenversicherung zu einem Gruppentarif erhalten. Ein wichtiger Gesichtspunkt ist das Netzwerken. Man lernt voneinander, knüpft Kontakte, verbringt lange Arbeitsabende gemeinsam. Die Motivation ist einfach größer in einem Büro, wo nicht nebenan um 5 das Licht ausgeht. Und ab 5 Uhr Nachmittags gibt es Bier vom Fass.
Interessanterweise wird die Firma inzwischen mit 6 Milliarden Wert gehandelt. Diese Welt ist schon verrückt. Wework besitzt keine Immobilien, Uber kein einziges Auto und Facebook eigentlich gar kein Produkt. Dennoch sind diese Firmen gigantisch hoch gehandelt. Die nächste Blase in Sicht?
Wie auch immer - Stillstand ist Rückschritt. Wework plant den nächsten Schritt: Welive. Nun vermietet man den Freelancer auch noch die Wohnung zum Büro. Es bleibt spannend.
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